„Aushebungen"

Im Verlauf des Jahres 1941 folgten immer weniger Jüdinnen und Juden den „Einberufungsbescheiden", wodurch im November 1941 Alois Brunner der Leiter der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung" das System der „Aushebung" einführte. Die „Aushebungen" liefen wie Razzien ab, dabei wurden von der SS Gassen und Wohnhäuser abgeriegelt und Mitarbeiter der IKG gezwungen, die Opfer auf der nächsten Deportationsliste, die ins Sammellager mussten, über ihre Festnahme zu informieren, sie beim Packen zu kontrollieren und Fluchtversuche zu verhindern. Die Mitarbeiter der IKG wurden wegen ihrer zwangsweisen Einbindung im System der „Aushebung" als „Ausheber", „Rechercheure" oder auch „Ordner" bezeichnet.[1] Essentiell für die „Aushebungen" waren die sogenannten „Hauslisten" der IKG. Auf diesen Listen waren die Bewohnerinnen und Bewohner eines jeweiligen Hauses eingetragen, die ins „Sammellager" gebracht werden sollten. Die Listen machten es für die NS-Behörden einfach, den Überblick zu behalten und die Deportationen reibungslos für das Regime zu organisieren. Hier abgebildet ist die Hausliste des Wohnhauses in der Esslinggasse 13 im 1. Bezirk. Am rechten Rand der Tabelle sind in römischen Ziffern die Transportnummern eingetragen, da die Listen als vorläufige Deportationslisten geführt wurden, auf deren Grundlage später Deportationslisten abgetippt wurden.

Hausliste Esslinggasse 13, Vorläufige Deportationslisten (Bilddatei)

Hausliste Esslinggasse 13

Quelle:

[1] Hecht, et al., Letzte Orte. 43f.